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Arbeitsgruppe Caritas

Tun wir nicht, als sei alles in Ordnung!

Unter einem Stapel hat sie gelegen. Aus den Augen, aus dem Sinn: die Gemeinwohl-Umfrage „Feuerwehr Top, katholische Kirche Flop“ (vgl. www.tagesschau.de) aus dem letzten Jahr. Befragt wurden fast 12.000 Menschen, welche Institutionen hierzulande die hilfreichsten für die Gesellschaft seien. Konkret: Wie steht die Einrichtung moralisch da? Was tut sie für den Zusammenhalt in der Gesellschaft? Wie trägt sie zur Lebensqualität bei? Wie erledigt sie ihr Kerngeschäft? Herausgekommen ist ein „Gemeinwohl Atlas“. Die Feuerwehr auf Platz eins, die katholische Kirche auf Platz 102 (von 137 Nennungen, vgl. www.gemeinwohlatlas.de). Was tun damit? Vergessen? Ab in den Papierkorb?

Dann müssten wir uns allerdings vieles „aus dem Kopf“ schlagen. Das geht nicht! Dem steht beispielsweise der klare Befund von Kardinal Reinhard Marx entgegen: „Die Menschen glauben uns nicht mehr. Wir müssen handeln und dann hoffen, dass man uns wieder vertraut.“ (Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz 2018)

„Tun wir nicht, als sei alles in Ordnung!“ Ein Wort von Papst Franziskus aus dem Aposto-lischen Schreiben „Evangelii gaudium“ (EG 211), eine Anstiftung zur Umkehr.

Die Synode im Bistum Trier sagt in ihrem Abschlussdokument an vorderster Stelle: „Wir haben uns schuldig gemacht an Menschen und vor Gott. Deshalb bekennt die Synode: Kirche ist nicht für sich selber da. Es geht nicht um sie selbst, um ihren Einfluss, ihre Deutungshoheit, ihre Legitimierung in der Welt von heute. In der Kirche geht es um Gott und um sein Reich, und deshalb um die Menschen...“. Und nach dieser „spirituellen Ver-gewisserung“ folgt unmittelbar die Ermutigung „zu einem Prozess diakonischer Kirchen-entwicklung“. Das heißt „… sich grundlegend neu auszurichten und in allen kirchlichen Vollzügen missionarisch-diakonisch in die Welt hinein zu wirken.“

Wird es uns gelingen, diesen Weg (Prozess) einer diakonischen Kirche zu gehen?

- In der Begegnung mit Menschen in Not?

- In den konkreten „Sozialräumen“, in denen wir leben?

- In allen kirchlichen Grundvollzügen – also in der Nächstenliebe, in der Verkündigung und

  in der Liturgie – das 'Diakonische' aufscheinen zu lassen?

Wie offen sind Gemeinden, die beim Thema 'Kirche' zuerst an das Gebäude und den Altar denken, für den Dienst am Nächsten?

„Das Schicksal der Kirchen...“ hat Pater Alfred Delp 1944/45 in einem visionären Wort gesagt, hängt von der „Rückkehr in die Diakonie“ ab. Damit meint er „… das Sich-Gesellen zum Menschen in allen seinen Situationen mit der Absicht, sie ihm meistern zu helfen… Immer noch liegt der ausgeplünderte Mensch am Wege. Soll der Fremdling ihn noch einmal aufheben? Man muss, glaube ich, den Satz ernst nehmen: was gegenwärtig in der Kirche beunruhigt und bedrängt, ist der Mensch. Der Mensch außen, zu dem wir keinen Weg mehr haben und der uns nicht mehr glaubt. Und der Mensch innen, der sich selbst nicht glaubt, weil er zu wenig Liebe erlebt und gelebt hat...“.

Rudolf Düber
Diakon

Arbeitsgruppe Caritas

Beim letzten Treffen Ende August wurde das Thema
„Sozialraumorientierung“ in den Blick genommen.

Für alle, die in der Arbeitsgruppe von Seiten des Caritasverbandes mitwirken, ist diese Orientierung bereits seit zwei Jahrzehnten gelebte Praxis. So konnten eine ganze Reihe konkreter Beispiele angeführt werden, die in die Arbeit der künftigen neuen Pfarrei eingebracht werden.

Für Seelsorge und Caritas kann Sozialraumorientierung als konkrete Form der Hinwendung zu den Menschen bezeichnet werden. Eine diakonische Kirche in der Zukunft ist dabei in drei Formen präsent:

1. Im KOMMEN: An den „Orten von Kirche“ (d.h. dort wo Gottesdienst gefeiert, wo einander begegnet, wo Menschen geholfen wird usw.) kommt Kirche auf die Menschen zu und heißt sie willkommen. Diese Form, die „Komm-Struktur“, ist allen wohlbekannt.

2. Im GEHEN: Kirche ist „heraus gerufen“ (vgl. Synode), aktiv in die Lebensräume der Menschen hinein zu gehen. Sie nimmt wahr, ist empfindsam, sucht „vor Ort“ den Kontakt, handelt gemeinsam mit den Menschen.

3. Im STEHEN: Über das „Kommen“ und „Gehen“ hinaus lässt sich Kirche „unterbrechen“. Sie „hält die Nähe aus“. Sie bleibt bei den Menschen. Solidarisch.

Die Arbeitsgruppe Caritas hat zudem eine Untergruppe „Themenzentrum Trauerpastoral“ gebildet. Deren Auftrag ist, die bisherigen Initiativen zu beschreiben und die künftigen Aufgaben zu benennen. Das im Oktober folgende Treffen wird für eine Reflektion genutzt. Zudem sollen erste Kontakte zum künftigen Leitungsteam der Pfarrei der Zukunft geknüpft werden.

Rudolf Düber
Diakon

Arbeitsgruppe Caritas

Die Synode „ermutigt zu einem Prozess diakonischer Kirchenentwicklung – sie ermutigt, sich grundlegend neu auszurichten und in allen kirchlichen Vollzügen missionarisch-diakonisch in die Welt hinein zu wirken.“ (heraus gerufen, Kap. 1)

Die Arbeitsgruppe Caritas arbeitet aktuell mit der von der Teilprozessgruppe Diakonische Kirchenentwicklung vorgelegten Konzeption. Dort sind die inneren Grundorientierungen einer diakonischen Kirche als „Vorzeichen“ formuliert:

Das „WO“ spricht von den Orten, an die wir als Kirche gesandt sind: Dort hin, wo Menschen bei uns um die Anerkennung ihrer Würde ringen. „WORAUS“ wir leben und arbeiten ist das Vertrauen auf Gottes Gegenwart, der das Heil für alle will. Seine Mit-Leidenschaft bewegt auch uns zu Begegnung, Berührung und zum Handeln. „WORAN“ wir in einer diakonischen Kirche arbeiten, ist enorm vielfältig und berührt die individuelle, kulturelle und politische Ebene. „WIE“ wir das tun? Durch Zusammenarbeit mit allen, die mit uns die gleichen Grundanliegen teilen. Durch Entwicklung diakonischer Haltungen und der Arbeit an einer diakonischen Kultur. Und indem wir die kirchlichen Grundvollzüge (Diakonie, Verkündigung, Liturgie) eng miteinander verflechten.

Bereits aus diesen wenigen Stichworten wird deutlich, dass eine diakonische Kirchen-entwicklung über die Frage nach Organisation und Struktur hinausgeht. Die Arbeitsgruppe Caritas empfiehlt daher die Eröffnung eines geistlichen Prozesses im Blick auf die äußeren und inneren Ereignisse sowie auf die Offenbarung Gottes. Sie empfiehlt eine Veranstaltung von Mitarbeitenden aus Seelsorge und Caritas im kommenden Jahr.

In der Weiterarbeit wird sich die Gruppe mit der „Sozialraumorientierung“ beschäftigen.

Rudolf Düber
Diakon

Arbeitsgruppe Caritas

Die Arbeitsgruppe Caritas trifft sich regelmäßig und orientiert sich dabei an der grundlegenden Kernbotschaft der Synode: der diakonischen und missionarischen Kirchenentwicklung. In diesem Zusammenhang hat eine Teilprozessgruppe im Bistum Trier das „Rahmenleitbild Pfarrei der Zukunft“ entworfen, welches als verbindliche Vorgabe für alle künftigen Überlegungen dient.

In den bisherigen Gesprächen der Arbeitsgruppe Caritas wurde auch die Erwartung unseres Bischofs Stephan Ackermann an alle Mitarbeiter*innen zitiert, hinter den Beschlüssen der Synode zu stehen. Für uns als Arbeitsgruppe ist es derzeit wichtig, nicht in Strukturfragen „verfangen“ zu bleiben. Stattdessen haben Seelsorge und Caritas vieles gemeinsam zu tun und können gemeinsam viel bewirken, beispielsweise in der Hospizarbeit. In dieser Gemeinsamkeit liegen auch die Chancen für die Pfarrei der Zukunft.

Konkret hat die Arbeitsgruppe folgende Entscheidungen getroffen:

1. Orte von Kirche sind solche Orte, an denen Menschen einander zum Segen werden und die Armen einen Platz haben. Das Mehrgenerationenhaus Gelbe Villa und die Caritas-Geschäftsstelle sind Orte von Kirche.

2. Das Thema „Trauerpastoral“ soll ein „Themenzentrum“ in der künftigen Pfarrei der Zukunft werden.

3. Das Kooperationsprojekt von Dekanat, Lebensberatung und Caritas „nah dran“ arbeitet heute konkret im Sinne der Synode und ist zugleich „Übungsfeld“ für künftiges Handeln.

Die Arbeitsgruppe Caritas wird sich in ihrer Weiterarbeit mit der Frage „Wozu und für wen sind wir Kirche?“ beschäftigen.

Rudolf Düber
Diakon